Von Ghana nach Togo und wie weiter…?
geschrieben am 28. Januar 2009 um 08:00 von jonasinafrikaDienstag, 13.01.2009
Ruhetag – wir geniessen es rum zu sitzen, am Strand zu spazieren und nix zu tun. An die Annehmlichkeiten eines Hotels gewöhnt man sich einfach zu schnell… Wollen gar nicht mehr weiter. Und doch entscheiden wir uns morgen nach Accra zu fahren.
Mittwoch, 14.01.2009, 111 km
Heute sind wir bis ca. 30 km vor Accra gefahren. Die Strasse ist durchgehend in gutem Zustand, nur die Speedbumper nerven.
In Kokrobite quartieren wir uns im Big Milly’s Backyard ein. Eine schöne Bungalow-Anlage direkt am Meer. Viele Reisende machen hier Halt und so treffen wir wieder neue Leute:
Timo und Max, zwei Holländer mit Landy auf dem Weg nach Kapstadt.
Stephan, ein Schaffhauser mit Motorrad, der durch Afrika fährt.
Und natürlich wieder Overlander-LKW’s voller junger Leute.
Micha und Peter - auch die treffen wir hier wieder - erzählen, wie man das Nigeria-Visa kriegt und wir quatschen über die letzten Tage.
René, ein ehemaliger Polizist aus Hamburg, der hierher gezogen ist, erzählt auch viele interessante Geschichten.
Es ist sehr warm und tropisch Feucht hier. Wir schwitzen auch Nachts beim ruhig im Bett liegen…
Donnerstag, 15.01.2009
Heute sind Micha und Peter schon nach Togo weiter und wir fuhren mit den Holländern zusammen zur Botschaft von Nigeria. Es gibt eine Taxifahrt von über einer Stunde pro Weg, da der Verkehr in Accra ziemlich schlimm ist, und die Botschaft eine neue Adresse hat.
Dank guter Infos, haben wir alle nötigen Kopien und das Bargeld in US-Dollar dabei und so klappt mit dem Visaantrag alles bestens. Wir sollen morgen um 15.00 Uhr wieder kommen.
Abends kommt noch Fritz, ein Deutscher, der auf der Botschaft in Mali arbeitet, mit seiner BMW. Er macht eine kleine Ferienreise durch Togo und Ghana.
Freitag, 16.01.2009
Heute war Waschtag und wir sind zur Nigeriabotschaft, das Visa abholen gegangen. Es hat alles geklappt und wir haben die Visen! Deutsche zahlen 108 US Dollar, Holländer und Schweizer nur 86…
Samstag, 17.01.2009
Ruhetag – Wir waschen, räumen etwas auf und ich bade. Das Wetter ist merklich kühler. Richtig angenehm, wenn man beim Nichtstun nicht schwitzt…
Sonntag, 18.01.2009
Heute ist Arbeitstag: Ich repariere die undichte Stelle am Keramikfilter und Xenia macht einen Bettbezug (Therm-a-Rest sind bei dem Klima ganz schön schwitzig). Später merken wir, dass die Wohnraumbatterie leer ist. Wir sind wohl zu lange am Schatten gestanden und nicht gefahren. So schraube ich das Solarpanel ab und lege es an die Sonne. Dafür hab ich ja ein Verlängerungskabel dabei.
Xenia kommt auch endlich mit ins Meer und wir quatschen viel mit Stephan.
Morgen wollen wir zusammen nach Accra fahren. Er geht zur Nigeria-Botschaft und wir zu Toyota.
Montag, 19.01.2009
Heute sind wir früh raus und haben uns ins Verkehrsgewühl gestürzt. Toyota Ghana haben wir auf Anhieb gefunden. Stephan ging weiter zur Botschaft und wir quatschen lange mit einem Kanadischen Paar, das hier mit seinem Buschtaxi (ca. 20 jähriger HZJ75 PU mit Alkovenaufbau) festsitzt. Sie haben Probleme mit der 24V Versorgung und nun von Toyota einen Nissan-Alternator eingebaut bekommen! Da sie genug von den Problemen haben (dauert nun schon 6 Wochen) wollen sie nicht mehr nach Südafrika und kehren nach Frankreich zurück. Dort wollen sie das Auto verkaufen und ein anderes suchen. Vielleicht wagen sie sich dann wieder an die Transafrika. Schade…
Nun sitzen wir hier rum und warten bis an meinem Auto der Service gemacht ist.
Um 18.30 Uhr können wir endlich zurückfahren. Wieder eine Nachtfahrt! Es geht aber alles gut und wir gehen mit Stephan in der Pizzeria gut essen.
Dienstag, 20.01.2009
Heute hab ich wiedermal etwas fotografiert…
Am Morgen waren die Mädchen aus dem Dorf auf ihrer täglichen Runde und wir kauften wieder Esswaren. Sie sitzen jeden Tag länger bei uns rum und quatschen. Am Fotografieren haben sie grossen Spass:
Abends kamen dann noch die vier Mitfahrer von Stephan und wir quatschten noch etwas. Sie haben sich in Guinea getrennt und nun hier wieder zusammengetroffen. Alle fünf sind mit dem Motorrad unterwegs und möchten gerne durch die DR Congo nach Kapstadt.
Mittwoch, 21.01.2009, 238 km
Heute Morgen haben wir Wasser aufgefüllt und dann viel zu lange mit den fünf Schweizern gequatscht. So sind wir erst nach zehn losgefahren. Es ging aber erstaunlich gut durch Accra. Wir sind dann Richtung Togo gefahren und in Keta haben wir eine Unterkunft gesucht, da wir es heute nicht mehr über die Grenze schaffen werden. Der Pfarrerssohn (Vater ist auf Geschäftsreise) hat uns dann ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Wir konnten das Auto in den Hof der Schule/evang. Kirche stellen und die Kinder gaben keine Ruhe bis sie mein Auto waschen durften. Sie haben sich richtig Mühe gegeben. Das Buschtaxi erstrahlt nun wieder in neuem Glanz.
Donnerstag, 22.01.2009, 53 km
Heute wurden wir von Kindergesang geweckt. Wir haben uns dann aus der Schule geschlichen (alle Kinder standen natürlich am Fenster, als ich den Motor startete…), nach dem wir uns vom Pfarrerssohn verabschiedet hatten.
Nach ein paar Kilometern hatten wir dann die Grenze erreicht und mussten uns wieder mal mit Schleppern rumschlagen. Auch wenn ich lang und breit erklärte nix zu bezahlen, führten sie uns durch den Behördendschungel. Fürs 7-Tage-Visa bezahlten wir 10‘000 CFA. Am Schluss folgte dann das unvermeidliche Feilschen um den Preis der Schlepper und ich fuhr dann einfach mal etwas weiter. Im Stau konnten sie uns dann einholen und gaben sich dann mit meinen letzten beiden Cedis (ca 2.- CHF) knapp zufrieden. Das war aus meiner Sicht nun der bisher nervigste Grenzübergang.
Durch Lomé kamen wir dann erstaunlich gut und kurz vorm Chez Alice trafen wir dann Micha und Peter beim Internetcafé. Zusammen sind wir dann zum Campareal gefahren. Vorne bei Alice (eine nette ältere Schweizerin) haben wir dann etwas gegessen und uns angemeldet.
Ganz überrascht waren wir, hier Thomas und Marion wieder zu sehen. Sie hatten in Bolgatanga (Nordghana) Motorschaden und haben die KTM per Minibus nach Lomé (hier gibt’s eine KTM-Werkstatt) fahren lassen. Nun sitzen sie seit bald zwei Wochen hier (und ich hoffte im Big Milly’s stündlich auf ihr eintreffen…).
Wir haben sie dann zum zNacht eingeladen, da ihr Kocher nun auch noch den Geist aufgegeben hat. Es wurde ein gemütlicher Abend unter Freunden.
Das Wetter hat sich noch weiter abgekühlt, so dass wir uns erstmals wieder zudecken mussten.
Freitag, 23.01.2009
Nach gemütlichem Frühstück haben wir uns hier richtig eingerichtet (Plane und Wäscheleine gespannt) uns Wäsche gewaschen. Am Nachmittag waren wir im Internetcafé (wollten leider meinen USB nicht, darum ist der Bericht erst später online) und haben Schiffs- und Flugverbindungen Richtung Süden gecheckt (siehe Vermerk unten). Anschliessend haben wir bei Alice gut gegessen uns noch lange gequatscht. So sind wir erst um Mitternacht ins Bett gekommen.
WEGEN DER EBOLAFÄLLE IN DER DR CONGO IST DIE GRENZE NACH ANGOLA GESCHLOSSEN UND DA MÜSSTEN WIR AUF JEDEN FALL DURCH.
MAL SCHAUEN, WIE DIE REISE NUN WEITER GEHT…


Wir sitzen noch eine Weile auf der Terrasse des Camps, beobachten Buschfeuer in der Ferne und lauschen den Tierlauten. Da wir uns im Zimmer in Tamale beide erkältet haben (doofer Ventilator…), gehen wir früh ins Bett.
Mich hat die Tour etwas enttäuscht, aber vielleicht bin ich zu verwöhnt von Südafrika… Es hat viele internationale Gäste im Hotel und so werden die Gruppen etwas gar gross.
Nachmittags liegen wir etwas rum und ich gehe im Pool baden. Xenia fühlt sich gar nicht fit und bleibt den ganzen Tag im Schatten liegen. Hoffentlich ist es nur eine Erkältung.
Abends geht es Xenia besser und wir sitzen noch etwas auf „unserer“ Terrasse und quatschen.
Da sitz ich nun während Xenia schläft. Das Fieber ging schon mal runter. Hoffentlich wird’s morgen schon besser. Sonst bleiben wir halt noch einen Tag.
Dazu liess Xenia noch ihre Flipflops reparieren (Gratis, wir gaben aber doch etwas), wir suchten einen Burkina-Aufkleber für Micha und Peter (fanden leider keinen, konnten aber interessante Einblicke in die Hinterhofwerkstätten von Waga kriegen) und waren im Zaka.
Das Zaka ist eine kulturelle Begegnungsstätte mit Bar, Bühne, Souvenirshop und so. Eine Portugiesische Reisegruppe hatte eine Tanzaufführung gebucht und so kamen wir unverhofft auch in den Genuss zuzusehen. Es wurde zu wilden Trommelrhythmen getanzt und in Kostümen Tiere (Gorilla, Löwe, Büffel und Elefant) nachgespielt.
Abends haben wir wieder im Hotel gut gegessen.
Und dann waren wir auch schon an der Grenze zu Ghana. Alles ging ohne etwas zu bezahlen zügig von statten und schon waren wir im Englischsprachigen Raum. Das war erst etwas gewöhnungsbedürftig nach all dem Französisch.
Und nicht zu vergessen Marianne und Albrecht, die Bayern. Zwei lustige Rentner, welche diesmal mit den Wohnmobil herum reisen, nachdem sie sonst mit einem offroadtauglichen Iveco-Bus die Welt entdeckten.
Micha kriegt einen Wickeljupe, Peter eine Malische SIM-Card um günstig zu telefonieren und ich kriegte heute eine Beifahrerin
Heute fuhren wir mit den Bayern zusammen nach Segou. In Bamako ist Feiertag und darum waren viele Leute auf der Strasse.
Sonst gibt’s nicht viel zu Berichten. Ich freu mich einfach, mal eine Beifahrerin zu haben.
Wir sind der Hauptstrasse nach bis Djénné gefahren. In San haben wir in einem Restaurant zMittag gegessen. War schön, mal in einem Restaurant voller Einheimischer zu essen.
Kurz vor Djénné überquerten wir noch den Bani mit einer Fähre. Das Wohnmobil der Bayern kann leider nicht mit übersetzen wegen dem Böschungswinkel. So bleiben sie am anderen Ufer und Marianne kommt morgen früh zu Fuss rüber. Leider gibt es hier extrem viele „Touristenjäger“. Jeder will Guide sein, oder Dir etwas verkaufen. Wir fuhren direkt zum Le Campement und standen wieder mal vor der Herberge. Hier war aber ruhig und dank Nachtwächter sicher.
Als wir zum Auto zurück kommen sind Marianne, Micha und Peter schon gegangen. Sie wollen nach Sévare fahren.
Als wir uns in Bandiagara für einen Camping entscheiden, kommt gerade ein SMS von den 4 Bayern, dass sie auch schon auf diesem Platz stehen.
Oben an den Felsen sind die alten Behausungen der Telem. Einem Stamm, der früher hier wohnte. Weiter ging es via Pegeu nach Banani, wo wir Z’Mittag erhielten. Von 12 bis 15 Uhr gabs Siesta (sogar Matratzen wurden zur Verfügung gestellt) und anschliessend stiegen wir wieder nach Sanga auf.
Marianne hat sich den ganzen Tag aufgeregt, dass sie für Fotos noch zusätzlich zu den Führerkosten bezahlen musste…
Erst nochmals auf der kleinen Piste bis Bankass und dann auf der Hauptpiste zur Grenze. Dort holten wir die Andern auch schon ein.